Applaus, Applaus 6

Die Zuschauer der Oper Stuttgart über das Beifall spenden …

Für wen applaudieren Sie, wenn die Vorstellung zu Ende ist? Natürlich für die Künstler, die am Schluss der Vorstellung auf die Bühne treten und sich verbeugen. Was ist aber mit den Personen, die maßgeblich zum Gelingen der Oper oder des Konzerts beteiligt sind, jedoch nicht sichtbar beim Schlussapplaus erscheinen? Heute reflektieren die Zuschauer selbst, was ihnen beim Applaus wichtig ist.

Mit meinem Applaus möchte ich zum Ausdruck bringen, dass mir das Stück und die Inszenierung gefallen haben. Früher war Szenenapplaus in einer Opernvorstellung überhaupt nicht üblich, mittlerweile mache ich aber auch dabei mit. Wenn mir das Stück gefallen hat, juble ich auch oder mache beim rhythmischen Klatschen mit. Zwischen den Sängern pausiere ich jedoch mit dem Applaudieren, weil es sonst zu anstrengend wäre.

Inge Erlenhardt, Stuttgart

 

Wenn ich applaudiere zeige ich meine Zustimmung  zur Inszenierung und beklatsche gute Darsteller. Nach dem Akt ist es auf die Inszenierung und das Bühnenbild bezogen, nach einer Arie auf den Sänger. An bestimmten Stellen in der Oper, dort, wo es angebracht ist, finde ich es schön, wenn Besucher, die nicht so vertraut mit dieser Kunstform sind, spontan ihrer Begeisterung freien Lauf lassen. Und wenn meine Frau sagt, ich klatsche zurückhaltend und vornehm, dann habe ich dem nichts mehr hinzuzufügen. (lacht)

Frank Zängle, Gerlingen

 

Einerseits klatsche ich, weil das Stück mir gefallen hat, andererseits möchte ich auch aus Pflichtbewusstsein der Leistung der Sänger danken. Dabei applaudiere ich sehr emotional und stehe auch schon mal auf. Szenenapplaus ist zwar üblich, aber ich mache hier grundsätzlich nicht mit, weil ich finde, dass es die Sänger ablenkt und eine gewisse Unterbrechung darstellt.

Maria Ivanitskaya, Stuttgart

 

Es ist schöner, wenn es Szenenapplaus gibt, weil dann die Darsteller wissen, dass es einem gefallen hat. Am Schluss geben wir aus Dank und Anerkennung Beifall, aber die Vorstellung muss gut sein. Ansonsten applaudieren wir aus Höflichkeit. Wir klatschen, wenn andere auch klatschen. (beide lachen) Manchmal johlen wir aus Begeisterung. Wir haben aber noch nie in der Oper gejohlt, weil das da nicht hingehört.

Zwei Schülerinnen der 8. Klasse des Goethe-Gymnasium, Ludwigsburg

 

Hier können Sie Teil 1- 5 der Beitragsserie „Applaus, Applaus!“ nachlesen

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