Benjamin // Projektchor

von Tamina Petersen

Seit gut zwei Wochen laufen die szenischen Proben zur Jugendoper BENJAMIN der Jungen Oper Stuttgart. Doch schon viel länger – seit November 2016 – probt ein Projektchor die gar nicht so einfachen Nummern mit Freude und Fleiß. Der Chor besteht nicht etwa aus professionellen Sängerinnen und Sängern, sondern  aus interessierten Laien aller Altersgruppen, die Lust haben, bei BENJAMIN mitzuwirken.

Die Mitglieder des Projektchores haben uns ein paar Fragen beantwortet und ermöglichen uns so einen kleinen Einblick in die Arbeit an einem solchen partizipativen Musiktheaterprojekt:

Orientierung
Es gibt bei BENJAMIN kein Orchester – woran orientierst du dich beim Singen?

Gibt es in einem Chor Hierarchien, Neid oder Eifersucht?

„Die Attribute sind in der Welt und so auch in einem großen Chor. Dort gibt es auch Verständnis, Unterstützung UND EIN GEMEINSAMES ZIEL für Benjamin – die junge Oper der Jungen Oper“ (Roland, 52, Tenor)

„Manchmal schon, sollte aber nicht sein, da jeder im Großen und Ganzen denken sollte. Dann entstehen die schönsten Harmonien“ (Jana, 37, Alt)

„Wir sind ein bunt gemischter Haufen. Hierarchien, Eifersucht oder Neid habe ich hier nicht festgestellt.“ (Veronika, 56, Alt)

Lieblingslied
Welches ist deine Lieblingsstelle in BENJAMIN?

In der Josefgeschichte geht es viel um Wut und Verzweiflung. Kannst du überhaupt singen, wenn du wütend bist? Kann dir Gesang in schlechten Momenten helfen?“

„Das stimmt. In Genesis 33 sind aber auch Vergebung und Versöhnung enthalten. Wenn ich wütend bin, tauche ich in die Musik ein und finde RUHE.“ (Roland, 52, Tenor)

„Ja, wenn ich wütend bin, kann ich singen, da Wut eine Emotion ist, die viel Kraft freisetzt. Mitunter verführt die Wut aber beim Singen dazu zu drücken, was für die Stimme auf Dauer nicht gut ist.“ (Anonym)

„Ja, wahrscheinlich. Wut ist ein Gefühl und somit auch Ausdrucksmittel beim Singen, in der Kunst generell. Mir persönlich hilft singen (fast) immer in den weniger guten Momenten.“ (Cecilia, 21, Alt)

Schwierigkeiten
Was findest du besonders schwierig daran, ohne Instrumentalbegleitung zu singen?

Was war dein erster Eindruck von der Musik und was denkst du heute darüber?

„Zu Anfang: Oh weh! So schwere Stücke! Zuerst gefiel es mir nicht so gut, dann Erfolg pur: wir können schon manches auswendig – es klingt zusammen gut und macht Lust auf mehr.“ (Veronika, 56, Alt)

„Chaos? Schräg? Aber inzwischen habe ich mich „eingehört“ und erkenne (meistens) die Struktur.“ (Andreas, 55, Bass)

„Vor der ersten Probe hatte ich einige Takte zu Hause am Klavier ausprobiert und war etwas skeptisch, aber dachte, ich schau mir das zumindest mal an. Ein paar Stellen sind immer noch gewöhnungsbedürftig, aber ich bin sehr gespannt, wenn alles zusammengefügt wird.“ (Anonym)

„Eine wunderschöne Herausforderung und dabei ist es geblieben.“ (Jana, 37, Alt)

„Ich war von Anfang an von der Musik begeistert und bin es auch jetzt noch.“ (Anonym, Alt)

Beitrag und Grafiken: Tamina Petersen
Fragen: Ulrike Hönig
Titelbild: Tamina Petersen


BENJAMIN

Oper für alle ab 14 Jahren

von Gion Antoni Derungs
Text von Giovanni Netzer

Deutsche Erstaufführung: 23. Juni 2017
Musikalische Leitung: Jan Croonenbroeck, Regie: Neco Çelik, Bühne: Stephan von Wedel, Kostüm: Valentin Köhler, Choreinstudierung: Benjamin Hartmann, Dramaturgie: Johanna Danhauser

Mit: Monika Abel-Lazar, Ibrahima Biaye, Thomas Herberich, Daniel Keating-Roberts, Konstantin Krimmel, Minyoung Catharina Lee, Philipp Nicklaus, Marc-Eric Schmidt, Lena Sutor-Wernich, Projektchor der Jungen Oper

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