Europernmannschaft 6

Für Sportwettkämpfe kann ich mich nicht begeistern – ob Tennis, Fußball oder Golf. Zusammen mit meiner „Stammtischrunde“ habe ich letzte Woche das Spiel England-Island gesehen. Wir kamen aber kaum zum Zusehen, weil wir uns so angeregt unterhalten haben. Ich habe mich sehr über den Sieg der isländischen Mannschaft gefreut, es ist so sympathisch, dass viele der Spieler neben dem Fußball hauptberuflich ganz andere Tätigkeiten ausüben. Dass heute Deutschland gegen Frankreich antreten wird, weckt in mir alles andere als Nationalstolz. Alles was einen nationalen Anstrich hat, ob Länderflagge oder die Marseillaise, bereitet mir Unbehagen. Auch wenn es schön ist, dass der Fußball Leute zum geselligen Beisammensein einlädt, stört es mich, dass bei der Europameisterschaft und natürlich auch bei der WM immer so ein Nationalbewusstsein aufkommt und man sich positioniert. Wer gewinnt? Bestimmt der Beste an dem Tag und das ist richtig so. Ich fühle mich nicht wie eine Französin, ich bin Europäerin und kann morgen Italienerin, Spanierin, Deutsche oder Griechin sein.


Catherine Debacq-Groß ist Sprachcoach für Französisch an der Oper Stuttgart. Die Europäerin wurde in Nantes an der Loire geboren, lebte und arbeitete als freischaffende Übersetzerin unter anderem in der Schweiz, England und seit dreißig Jahren in Deutschland.

 

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