Reigen//Let’s talk about sex 4

In der Probenzeit der Oper Reigen von Philippe Boesmans nach Arthur Schnitzler hat sich das Produktionsteam intensiv mit Fragen zu Sexualität, Pornografie und Onlineliebe beschäftigt. In der Beitragsreihe Let’s talk about sex werden regelmäßig die Antworten und Gedanken von willkürlich befragten Gesprächspartnern unterschiedlichen Alters, Geschlechts und sexueller Orientierung zu je einem konkreten Thema gegenübergestellt.

4//Macht das Internet Beziehungen leichter oder schwieriger?

Weder noch. Das Internet ist wie ein Auto. Man kann damit schneller zu seinem Partner kommen als mit dem Fahrrad, aber auch schneller in den Puff. Wohin man fährt, liegt an dem, der am Steuer sitzt.
Mann (31), aus Kamen

Gefährlicher – da ist ja alles unterwegs. Onlinedating macht abhängig, denn man verlernt den natürlichen Impulsen nachzugehen und bleibt hungrig.
Frau (70) aus der Steiermark, seit 1996 in Stuttgart

Internet macht Beziehungen schwieriger, Betrügen wird einen soooo einfach gemacht. Vertraue nahezu keinem Mann mehr. Beim Online-Dating sind wir Schwule Vorreiter (Gay Romeo).
Mann (39), von der schwäbischen Alb

Weiß ich nicht, dafür bin ich zu alt.
Online-Dating ist jedenfalls total bescheuert, da gibt’s doch keine „Vibration“.
Frau (50), aus einer fränkischen Kleinstadt

 

Leichter, allein schon weil Kontakt aufzubauen und zu halten z.B. bei Fernbeziehungen durch das Internet massiv erleichtert wurden. Onlinedating ist für mich etwas, dass ich nach Möglichkeit nie tun will. Wenn, dann möchte ich Menschen in der richtigen Welt kennen lernen
Mann (23)

Man könnte meinen, das Internet macht die Dinge einfacher, aber es ist genau so schwierig/einfach wie ohne, eine Beziehung zu finden und sich darauf einzulassen. Möglicherweise macht es eine bestehende Beziehung aber schwieriger – gerade durch die vielen Onlineplattformen hat man viel mehr Möglichkeiten, seinen Partner zu kontrollieren, was zu Problemen führen kann.
Frau (30)

 

Ich glaube, es verändert Beziehungen: Durch Skype gibt es die Möglichkeit sich auch über größere Distanzen vorzugaukeln, man wäre dem anderen ganz nah – durch das Bild stärker als über Briefe. Ich glaube, dass durch das Internet ein bisschen die Bereitwilligkeit, sich zu binden, verloren gegangen ist. Es gibt unbegrenzte Möglichkeiten. Wer sagt mir, dass das nächste Tinder-Match nicht der Mann meines Lebens ist und ich hier gerade Zeit mit dem Falschen verbringe? Es ist die Jagd nach dem Besten, Perfekten. Ich kann mir jeder Zeit Nachschub holen. Es gibt nicht nur die drei Typen im Dorf, von denen einer schielt und einer über 60 ist.
Frau (24)

leichter.
Frau (16)

Internet macht Beziehungen schwieriger, Betrügen wird einen soooo einfach gemacht. Vertraue nahezu keinem Mann mehr.
Beim Online-Dating sind wir Schwule Vorreiter (Gay Romeo).
Mann (39), von der schwäbischen Alb

Beziehungen knüpfen leichter, Beziehungen leben schwieriger.
Mann (50)


Foto: A. T. Schaefer
Matthias Klink


Reigen

von Philippe Boesmans
in deutscher Sprache mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Regie: Nicola Hümpel, Bühne: Oliver Proske, Kostüme: Teresa Vergho, Licht: Jörg Bittner, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke

Die Dirne: Lauryna Bendziunaite, Der Soldat: Daniel Kluge, Das Stubenmädchen: Stine Marie Fischer, Der junge Herr: Sebastian Kohlhepp, Die junge Frau: Rebecca von Lipinski, Der Gatte: Shigeo Ishino, Süßes Mädel: Kora Pavelic, Der Dichter: Matthias Klink, Die Sängerin: Melanie Diener, Cornelia Ptassek, Der Graf: André Morsch, Paar im Video: Julla von Landsberg, Michael Shapira (Nico and the Navigators)

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