Figaro hat wirklich so eine lange …

Figaro! – Hier bin ich!
Hey, Figaro! – Schon da!

Figaro hier, Figaro da,
Figaro rauf, Figaro runter …

Bin flink wie der Blitz,
bin das „Mädchen für alles“ dieser Stadt.

Potenzsymbol? Wenn Figaro in seiner Auftrittsarie „Largo al factotum“ auf die Bühne kommt, trägt er eine ausgesprochen lange Leiter mit sich. Wofür er die in seinem Beruf braucht, bleibt ein Geheimnis. Aber er ist ja auch das „Mädchen für alles“ der Stadt und schneidet nicht nur Haare: „Ohne mich wird in Sevilla kein Mädchen verheiratet. Und zu mir rennt auch die junge Witwe, die einen neuen Ehemann braucht. Tagsüber biete ich den Friseurtermin als Alibi, im Schutze der Nacht bin ich mit der Gitarre unterwegs – und  alles grundehrlich, ohne mich damit zu brüsten, nur aus Nettigkeit.“

Auch wenn wir nicht genau wissen, wofür die Leiter am frühen Morgen benötigt wird, lüften wir hier das bühnentechnische Geheimnis um diese Leiter: So lang ist sie wirklich!

Vor der Vorstellung ist die Leiter auf der linken Seitenbühne aufgebaut. Ganz hinten in der Ferne erkennt man den Eingang in den Bühnenkasten.
Vor der Vorstellung ist die Leiter auf der linken Seitenbühne fast in voller Länge aufgebaut – ganz vorne hängt natürlich Figaros Hut. Dahinter erkennt man rotumrandet den Eingang in den Bühnenkasten.

Das Problem: Das Stuttgarter Opernhaus hat (vom Publikum aus gesehen) nur links eine so große Seitenbühne. Würde Figaro die Leiter in voller Länge wieder hinaustragen, stieße er bald an die Außenwand des Theatergebäudes. Daher muss die Leiter auseinander montiert werden, sobald sie außer Sichtweite des Publikums ist. Während der Vorstellung stehen nicht weniger als acht Bühnentechniker bereit, nehmen die Leiter vom singenden André Morsch entgegen und zerlegen sie schnell in ihre Einzelteile. Inbesondere das erste Stück muss schnell abmontiert und wieder auf die linke Seite getragen werden: Es wird nämlich noch einmal an die Leiter angefügt, denn in voller Länge passt sie auch links nicht auf die Seitenbühne!

Viel los während Figaros Arie: Die Leiter wird entgegen genommen, aufgebockt und zerlegt. Auf der Bühne ist von dieser Geschäftigkeit nichts zu bemerken, hier singt Figaro von seiner Arbeit mit Rasiermessern, Kämmen, Pinzetten und Scheren.

 


Der Barbier von Sevilla, nächste Vorstellungen: 7. und 20. April 2016!

Musikalische Leitung: Maurizio Barbacini, Regie: Beat Fäh, Bühne und Kostüme: Volker Pfüller, Chor: Christoph Heil, Dramaturgie: Peter Ross

Der Graf von Almaviva: Sunnyboy Dladla, Bartolo: Enzo Capuano, Rosina: Diana Haller, Figaro: André Morsch, Basilio: Adam Palka, Fiorello: Dominic Große, Berta: Esther Dierkes, Offizier: Stephan Storck, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

Beitragsfoto: André Morsch als Figaro.

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