Ein Liederabend mit 37 Schlaginstrumenten

Der Wassergong wird ins Wasser gelassen, während er klingt, damit er seine Tonhöhe allmählich verändert. An einer anderen Stelle muss ein Glas auf die Wasseroberfläche geschlagen werden, so dass es „platsch“ macht.

Nicht weniger als 37 verschiedene Schlaginstrumente musste Emil Kuyumcuyan so arrangieren, dass er alle Instrumente im geforderten Tempo erreichen kann: Von der Marimba bis zur Ratsche, von der Triangel bis zur kleinen Trommel. Auf der langen Instrumentenliste von Kurtágs Liederzyklus … pas à pas – nulle part … stehen auch eine Polizeipfeife, eine mit Mais gefüllte Metalldose und eine Singende Säge. Zusätzlich muss der Schlagzeuger singen, lachen und flüstern – zum Ausgleich bedienen auch mal die Streicher eine Ratsche.

Den anspruchsvollen Schlagzeugpart übernimmt der Student Emil Kuyumcuyan; damit steht er am 19. Februar gemeinsam mit dem Sänger Otto Katzameier und den Staatsorchester-Streichern Luminitza Petre, Thomas Gehring und Vache Bagratuni  im 3. Liedkonzert auf der Bühne, denn die Konzertreihe „Kurtág zum 90. Geburtstag“ ist eine gemeinsame Veranstaltung der Oper Stuttgart, der Hugo-Wolf-Akademie und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

schlagzeugaufbau
37 verschiedene Instrumente in jeweils nur einer Armlänge Abstand zum Spieler.

Der junge Schlagzeuger (seit 2010 studiert er bei Prof. Marta Klimasara, Prof. Klaus Dreher, Prof. Harald Löhle und Prof. Jürgen Spitschka) wirkte bereits bei zahlreichen Uraufführungen mit; dabei bilden Werke türkischer Komponisten einen Schwerpunkt. Unter anderem haben Mehmet Erhan Tanman und Susanne Erding Swiridoff eigens für ihn komponiert. Mit namhaften Komponisten wie Philippe Hurel und Bernhard Lang hat er an der Interpretation ihrer Werke gearbeitet. Im IRCAM in Paris nahm er an einem Meisterkurs bei Steven Schick teil und erarbeitete dort unter der Leitung von Thierry de Mey und Samuel Favre eine Uraufführung in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Christine Gerard. Außerdem kann Emil Kuyumcuyan auf eine rege internationale Konzerttätigkeit zurück blicken; so trat er zuletzt als Ensemblespieler, Orchestermusiker und Solist in Luxembourg, Frankreich, Kroatien, Italien, der Schweiz, der Türkei und Deutschland u.a bei den Festspielen tonArt Festival Esslingen, beim Eklekto Festival Genf, beim Ankara Musik Festival, Festival Musica Straßburg und der Biennale in Venedig auf. 2013 war er zum Luzern Festival eingeladen, wo er u.a. mit Pierre Boulez zusammenarbeiten durfte. Das Baden-Württemberg-Stipendium ermöglichte ihm ein Gaststudium in Frankreich bei Jean Geoffroy. Emil Kuyumcuyan war zudem 2013 Träger des Yamaha-Stipendiums Deutschland. Außerdem ist er seit 2014 Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg. 2012 gewann er mit dem von ihm, Se Mi Hwang und Jessica Porter 2011 gegründeten „Talking-Drums Trio” den 3. Preis beim „International Percussion Competition Luxembourg”. 2014 gewann Emil Kuyumcuyan den ersten Preis des „Stockholm International Music Competition“ in der Kategorie Soloinstrumente.

 

 

 

 

 

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