Lachenmann-Labo(h)r

Ein Nachklang des LACHENMANN-LABO(H)R
vom 16. November im Kammertheater.

 

Der DUDEN definiert „Labor“ als „Arbeitsstätte für naturwissenschaftliche, technische oder medizinische Arbeiten, Untersuchungen, Versuche o. Ä.“ Das ist natürlich eine viel zu rudimentäre Beschreibung für das, was uns im „Lachenmann-Labo(h)r“ erwartet. Und außerdem hat sich in unser Labor heimlich ein „H“ hineingeschlichen – eine Huldigung nicht nur an den Vornamen unseres Protagonisten, sondern auch an das, was Helmut Lachenmann uns geschenkt, zu was er uns verholfen hat: eine Huldigung ans Hören, ans genaue Hinhören, ans Horchen. „Hören“, sagt Lachenmann, „soll in meiner Musik immer wieder zum Wahrnehmungsabenteuer werden.“ Und so steckt in unserem Labor ganz viel Ohr, weil wir, wie Lachenmann selbst, ganz große Lust haben, in die Klänge seiner Musik hineinzuhören, die Anatomie der Klänge hör- und sichtbar zu machen. Es geht um unser lustvolles Entdecken des Unvertrauten, um unsere kindliche Neugier aufs Unerhörte, um unser Lauschen, nicht unbedingt um das Verstehen, das wir Erwachsene uns antrainiert haben – und weshalb wir dauernd vermissen. Ein Labor also nicht im Sinne des DUDEN, sondern im Sinne Albert Einsteins, der das Labor als den Ort definierte, „an dem ich mich auch selbst entdecke“.

 

Hier gibt’s die gesamte Programmübersicht der Lachenmann-Perspektiven zum Download.

Foto: Rafael Rennicke (Dramaturg der Oper Stuttgart), Helmut Lachenmann.