Helene Schneiderman singt Jommelli –

ein Höhepunkt zum Abschluss des WERKRAUM JOMMELLI!

Alle Begeisterten, die nach den ersten drei Vorstellungen von Jommellis Berenike, Königin von Armenien (Il Vologeso) noch nicht genug haben und sich von seiner virtuosen Musik entzücken lassen möchten, können sich freuen – auch vor der nächsten Berenike-Serie (ab dem 9. Mai dieses Jahres)! Demnächst gibt es ein weiteres Konzert mit Kompositionen von Jommelli und seinen Zeitgenossen: Am Mittwoch, den 4. März präsentieren Helene Schneiderman und weitere Ensemblemitglieder und Gäste der Oper Stuttgart im Mozartsaal der Liederhalle musikalische Kostbarkeiten unter dem Titel „L’epoca più gloriosa“. Die Musikalische Leitung liegt bei dem Geiger, Konzertmeister und Dirigenten Bernhard Forck, der nun schon zum wiederholten Male die Musikerinnen und Musik des Staatsorchesters mit seiner Erfahrung im „vorklassischen“ Repertoire inspirieren wird.

Als „die glorreichste Epoche“ der Theatermusik beschrieben Zeitgenossen Jommellis Schaffenszeit von 1753 bis 1769 als Kapellmeister am Württemberger Hof unter Herzog Carl Eugen. Und kein Wunder: Neben seinem Vologeso schuf er zahlreiche weitere Drammi per musica; zu ihnen gehören Demofoonte und Fetonte, die im Mittelpunkt dieses Liedkonzerts stehen. In originell gestalteten Orchester-Rezitativen, Bravourarien, dramatischen Dialogen und kunstvoll schwelgenden Duetten entfacht Jommelli ein Feuerwerk an Koloraturen, durchsetzt von nachdenklichen und schmerzvollen Tönen. An die Sängerinnen werden höchste Ansprüche gestellt.

Genau das Richtige also für Helene Schneiderman, die mit ihrer jüngsten Premierenpartie, Lucilla in Berenike, Publikum wie Fachpresse einmal mehr berührt und begeistert hat. So schrieb das Online Musik Magazin: „Kammersängerin Helene Schneiderman besticht als Lucilla mit warmem Mezzo und enormer Bühnenpräsenz.“ Als „faszinierend“ (SWR 2) und „grandios“ wurde ihre klare, facettenreiche Stimmfarbe und ihre „darstellerische Gratwanderung zwischen geschäftstüchtiger Verstellung und wahren Gefühlen“ beschrieben (Stuttgarter Nachrichten). Die Mezzosopranistin, die im Interview Menschlichkeit und Können mit Hanns-Horst Bauer auch über persönliche Seiten ihrer Karriere spricht, wird dieses Konzert gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus dem Sopranfach gestalten: Lauryna Bendžiūnaitė, seit dieser Spielzeit festes Mitglied der Oper Stuttgart, sang u.a. die Partien der Musetta in La Bohème, Ännchen in Der Freischütz, Karolka in Jenůfa und demnächst die der Clarine in Platée – und auch Yun-Jeong Lee ist im Koloraturfach bestens zu Hause: Sie sammelte als Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Gilda (Rigoletto) und Zerbettina (Ariadne auf Naxos) Bühnenerfahrung und war 2011/12 Mitglied des hiesigen Opernstudios.

Berenike HPO 85

 

Wem von den leidvollen Schicksalen, riskanten Entscheidungen und existentiellen Wagnissen der Figuren der Kopf schwirrt, kann zwischen den Arien und Szenen aus Jommellis Opern Instrumentalmusik von nicht weniger raffinierter Setzung genießen. Die Zeitgenossen des württembergischen Hofkapellmeisters, Baldassare Galuppi und Ignaz Holzbauer, studierten und lehrten zwischen den Musikmetropolen Rom, Venedig und Wien und prägten mit ihren Kompositionen eine große Generation von Schülern. Alle drei Komponisten haben übrigens – wie sollte es anders sein? – mindestens einmal Apostolo Zenos allseits populäres Lucio Vero-Libretto (das auch der Berenike zugrundeliegt) vertont: Ignaz Holzbauer 1739 im mährischen Holleschau, Baldassare Galuppi zwischen 1748 bis 1754 gleich mehrfach in Mittel- und Norditalien und in Graz, Niccolò Jommelli 1753 in Mailand und 1766 in Ludwigsburg.