Wo übernachten eigentlich die Instrumente? – Noch 3 Tage bis zum Konzert

Noch drei TageMan kann sie schon hören. Das Flöten und Tröten, die Geräusche der Musiker und ihrer Instrumente. Auf den langen, verworrenen Gängen im Opernhaus tönen auch an diesem (etwas trüben) Donnerstagmorgen die mal melodiösen, mal etwas abstrakten Übungen. Aus einem Raum hören wir die Klänge eines Hornes – und werfen einen Blick um die Ecke.

Karen Schade probt

Die für uns sonst verschlossene Tür ist heute zufällig einen Spalt geöffnet. Karen Schade hat uns gleich entdeckt. Wir sind in ihr Probenzimmer geplatzt, ein Raum ohne Fenster, durch das man frische Luft oder zumindest das Tageslicht hereinlassen könnte. „Wir fühlen uns hier drinnen manchmal ein bisschen wie die Kellerasseln“, meint sie lachend.

Karen Schade

Einen Adventskalender, eine einmalige Stehlampe in Form eines Horns, einen Schrank mit Getränken für lange Probeabende und Fotos als Erinnerungen an gelungene Auftritte – mit einigen persönlichen Dingen konnten Karen Schade und ihre Kollegen ihren Raum etwas wohnlicher gestalten.

Foto im Proberaum der Hörner

Und so klingt es, wenn sich Karen Schade warmspielt.

Im Proberaum nebenan steht wie am Tag zuvor schon einiges bereit. Stühle, Notenständer, die riesigen Kontrabässe, das Piano, die Harfe – alles sieht haargenau so aus, wie am ersten Probetag. Wie kommen all diese Gegenstände nun in das dritte Obergeschoss? Stehen manche Instrumente hier über Nacht? Die müssen sich doch für ihre Reise in die Liederhalle ausruhen. Oder gehen auch Sie mal „nach Hause“?

Die Antwort ist: JA! Auch die Instrumente haben natürlich einmal Feierabend und den verbringen sie gerne untereinander in ihren eigenen Zimmern. Genau in der richtigen Temperatur und weich gebettet. Eine spezielle Klimaanlage sorgt dafür, dass auch die Luftfeuchtigkeit stimmt – aus einem Kästchen an der Wand puffen kleine Dampfwölkchen heraus.

Kontrabässe in ihrem Zimmer

Wir wollen wissen, wie all diese Instrumente am Abend in ihr „Schlafzimmer“ kommen und wer sie morgens „weckt“ (und vor allem, wie sie zusammen mit der ganzen Sinfonie am nächsten Tag in die Liederhalle kommen). Roman Faigle und Ralf Kühner können uns helfen.

Orchesterwarte

Die beiden sind zwei der Orchesterwarte. Egal ob ein Auf- oder Umbau zu bewerkstelligen ist oder Instrumente transportiert werden müssen, die beiden sind zusammen mit ihren Kollegen immer zur Stelle. Dabei müssen sie die Wünsche der Dirigenten umsetzen, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Direkt nach unserem Gespräch müssen sich die beiden auch auf den Weg zur Probenbühne machen. Vorher gibt uns Ralf Kühner einen kleinen Einblick in den Tagesablauf der Orchesterwarte.

Wir wissen jetzt, wer die guten Geister sind, die man während der Proben und der Vorstellung selten oder gar nicht sieht – aber dennoch unerlässlich sind. Die Orchesterwarte halten den Probenbetrieb im Opernhaus am Laufen, aber wir müssen herausfinden, wie die Sinfonie in die Liederhalle kommt. Roman und Ralf („Beim Theater sagen wir alle ‚Du!'“ – sehr herzlich!) haben uns einen Tipp gegeben. Um die Antwort auf unsere große Frage zu bekommen, sollen wir uns Freitagfrüh um 7 Uhr mit ihnen treffen. Wir sind gespannt. Und haben den Wecker schon gestellt.

Jetzt sind’s noch drei Tage bis zum Konzert.