zaichenwende

wunderzaichen

Warum hieß das Pilotprojekt „wunderzeichen“ im Jahr 2007 noch „wunderzeichen“ mit „ei“ und warum heißt es nun „wunderzaichen“ mit „ai“? Diese Frage wird häufig gestellt. Das Pilotprojekt „wunderzeichen“ von Sergio Morabito in der Reihe der Zeitopern der Staatsoper Stuttgart bezog sich auf ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe, der in seinen „Zahmen Xenien“ Reuchlin mit den Worten pries.

Reuchlin! wer will sich ihm vergleichen?
Zu seiner Zeit ein Wunderzeichen!

Reuchlin ist ihm Beispiel für intellektuelle Redlichkeit, die vom Klerus verfolgt worden ist.

Das Fürsten- und das Städtewesen
Durchschlängelte sein Lebenslauf,
Die heilige Bücher schloß er auf.
Doch Pfaffen wußten sich zu rühren,
Die alles breit ins Schlechte führen,
Sie finden alles da und hie
So dumm und so absurd wie sie.

Johannes Reuchlin hätte den Begriff „wunderzeichen“ zu seiner Zeit ganz sicher mit „ai“ geschrieben. Darauf hat unter anderem Professor Uwe Pörksen hingewiesen. Der Veränderung des Buchstabens „e“ in „a“ deutet also bereits an, dass es in der Zeitordnung dieser Oper nicht mit ganz gewöhnlichen Maßstäben zugeht. Zum anderen verweist diese „Störung“ auf den Zeichencharakter der Schrift selbst. Und wir sind mitten drin in kabbalistischen Buchstabenoperationen, wundervollen Zeichen und zeichenhaften Wundern.

Weiteres zur Wortgeschichte und -bedeutung im „Zauberbuch“ der Deutschen Sprache, bei Grimm.