Produktionstrailer “Jakob Lenz”

mit Georg Nigl, Andrea Breth und Franck Ollu

Leider nicht online die Rezensionen von Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und von Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung.

Eleonore Büning sieht in der gemeinsamen Anstrengung von Georg Nigl und Andrea Breth den Begriff der “Werktreue” neu definiert:

“Für jede Lenzsche Befindlichkeit, jede musikalische Wendung findet Breth die richtige Chiffre. Das ist Werktreue auf neuem Niveau.” (FAZ)

Und Reinhard J. Brembeck hat einen exorbitanten Abend erlebt, was durch eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten gelingt, was er nicht zuletzt auch am Einsatz des Staatsorchesters festmacht: “[Die Musiker] schlagen Katarakte und Abysmen in die Seele der Protagonisten, aber entdecken auch Flirrendes, Untergründiges und Zartes. Die tollkühne Reduktion auf drei Celli, fünf Bläser, Schlagzeug und Cembalo ermöglicht überhaupt erst die minutiöse Autopsie eines radikalen Künstlerdaseins, das in der bürgerlichen Gesellschaft nicht lebbar war und es auch heute nicht ist. In Stuttgart haben alle Beteiligten viel und Schmerzliches zu diesem Thema zu sagen. Dass dabei nichts Wehleidiges oder Weinerliches herauskommt, gehört zu den Stärken dieses exorbitanten Abends.”

Mehr Pressestimmen auf den Seiten der Oper Stuttgart.

“Dass ich das noch erleben darf” – Kritiken zu Jakob Lenz online

operstuttgart

Dem Radiojournalisten Peter Jungblut vom Bayerischen Rundfunk sagte Rihm diese Worte bewegt ins Mikrophon:
“Das ist jetzt ein blöder Satz: Dass ich das noch erleben darf. Aber verstehen Sie, ich bin jetzt 62 und das ist was ganz Tolles, wenn man erleben darf, das ein Stück, was man als junger Springinsfeld mit 25, 26 geschrieben hat, dass das so aufgenommen, so verstanden wird. Das ist etwas ganz, ganz Besonderes.”

Susanne Benda hat in den Stuttgarter Nachrichten vor allem auch die Musik von Wolfgang Rihm genossen: Rihms Stück wirkt, wie auch die Stuttgarter Premiere des „Lenz“ am Samstagabend bewies, bis heute stark – zum einen wegen seiner zeitlos gültigen Geschichte, zum anderen wegen einer Musik, die auf packende Weise die hermetischen, irrlichternden Innenwelten eines an Welt und Wahn verzweifelnden Menschen vorführt.

Auch Jürgen Kanold hebt die musikalische Qualität dieser Aufführung im Zollern-Alb-Kurier hervor: Faszinierend, wie das nur elfköpfige Staatsorchester, angeführt von drei Celli, unter Franck Ollu den Raum ausfüllt: körperlich spürbar, marternd, anklagend, bewegend. […] Diese Kammeroper ist ein Hörerlebnis – allein schon wie Rihm zitiert, etwa mit dem protestantischen Choral seinen Lenz geradezu vor der Hölle retten will.”

Elisabeth Schwind macht im Südkurier die Qualität von Andrea Breths Inszenierung in ihrer szenischen Transposition der Musik aus: “Breths szenische Bilder erhalten so etwas Pittoreskes und gehen doch schneidend unter die Haut. Es sind strenge Kompositionen, die direkt aus der Musik entwickelt sind.”

Heinz W. Koch erkennt in der Badischen Zeitung in dieser Regiearbeit von Andrea Breth die gleiche Präzision, wie sie auch ihre Schauspielarbeiten auszeichnet: “eine Inszenierung von fesselnder Kraft, eine, die sich geduldig in die Gestalten versenkt, sie mit einer Genauigkeit sondergleichen, mit der Dringlichkeit von Breths Schauspielarbeiten verfolgt, leise auch, von bisweilen panischer Stille und ganz ohne wichtigtuerisch-äußerliche Einfälle auskommend, überaus präzise dazu noch im plötzlichen Auf- und Wegblenden der 13 Bilder. Wahrlich ein großer Abend gedankentiefen, dicht gefügten und obendrein berührenden Musiktheaters.”

Lenz unter der Lupe IV – Der Begriff “Kammeroper”

Die vierte und letzte Folge unserer Videoserie dreht sich um den Begriff der “Kammeroper”: „Kammermusik erlaubt uns im Orchestergraben ein ‚intimes Gespräch unter Freunden‘: Anders, so glaube ich, kann man sich mit dieser Tragödie um die Person des Jakob Lenz auch gar nicht auseinandersetzen.“
Stefan Schreiber

Lenz unter der Lupe III – Anspielungen und Zitate

In der dritten Folge von “Lenz unter der Lupe” spielen Stefan Schreiber und Patrick Hahn ‚Erkennen Sie die Melodie?‘ und erläutern Funktion und Bedeutung von Anspielungen und historischen Zitaten in Wolfgang Rihms Musiksprache.